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KI Einführung und Strategie

KI wirkt erst, wenn das Fundament steht.

Kurzantwort

Erst Fundament und Infrastruktur, dann Prozesse. Aus gelebten Prozessen entstehen strukturierte Daten, die an einem kuratierten Ort zusammenlaufen. Von dort kann KI im ganzen Unternehmen arbeiten.

Ivo Schönberner neben einem Rack mit Rechnern in einem hellen Serverraum
KI · Fundament

01 Die Reihenfolge

Erst das Fundament. Dann die KI.

Jede Stufe ruht auf der vorherigen. Wer eine überspringt, lässt die KI auf Daten arbeiten, denen niemand trauen kann.

  1. 01

    Fundament und Infrastruktur

    Identitäten, Geräte, Netz, Sicherheit, Cloud. Stabil und dokumentiert.

  2. 02

    Prozesse

    Kernprozesse beschrieben und gelebt. Jeder als Playbook: wer was wann mit welchem System tut.

  3. 03

    Strukturierte Daten

    Entstehen erst aus gelebten Prozessen: einheitliche Felder, klare Verantwortliche, bekannte Qualität.

  4. 04

    Kuratierter Datenort

    Daten aus den Systemen zusammengezogen, bereinigt, mit Rechten. Eine verlässliche Quelle.

  5. 05

    KI im ganzen Unternehmen

    Assistenten, Agenten und Auswertungen arbeiten auf diesem kuratierten Ort. Nachvollziehbar und mit Rechtekonzept.

Tool kaufen, Daten später klären. Diese Abkürzung spart am Anfang Wochen. Danach muss jede Antwort der KI von Hand geprüft werden, weil niemand weiss, auf welchen Daten sie beruht.

Wie weit ein Unternehmen auf dem Weg zu Stufe 05 ist, misst NextEra Copilot: Seine Skala reicht von Stufe 1, im Kopf, bis Stufe 5, KI-autonom.

02 Der Unterschied

Automatisierung oder KI?

Automatisierung folgt einer Regel. KI wägt ab.

Regel

Automatisierung

A? ja nein links rechts
  • Feste Regel: wenn A, dann links, sonst rechts.
  • Gleiche Eingabe, gleiches Ergebnis.
  • Schnell, günstig, prüfbar.
  • Bricht bei Ausnahmen, die niemand vorgesehen hat.

Urteil

KI

A 4 B 7 C 9 Entscheid D 2 E 6 …Z
  • Wägt viele Optionen ab: bewertet von 1 bis 10, Alternativen von A bis Z.
  • Bezieht den Kontext ein, dann entscheidet sie oder schlägt vor.
  • Versteht unstrukturierte Eingaben wie E-Mails, Dokumente und Freitext und fängt Ausnahmen auf.
  • Braucht saubere Daten, Leitplanken, einen Menschen bei folgenreichen Entscheidungen und ein Protokoll.

Die besten Lösungen verbinden beides: Die Automatisierung trägt den Prozess, die KI entscheidet dort, wo Urteil gefragt ist.

03 Beispiele

Sechs Beispiele aus dem Alltag.

Allgemeine Beispiele, keine Fallstudien. Jedes zeigt, auf welcher Stufe es aufsetzt.

  • Automatisierung

    Onboarding neuer Mitarbeitender

    Was passiert
    Konten, Lizenzen und Geräte werden nach festen Regeln angelegt, sobald der Vertrag unterschrieben ist.
    Was es braucht
    Stufe 01 und 02: saubere Identitäten und ein beschriebener Eintrittsprozess.
  • Kombination

    Rechnungseingang mit Freigabe

    Was passiert
    KI liest Rechnungen aus und ordnet sie zu, die Automatisierung leitet sie nach Betrag und Kostenstelle zur Freigabe.
    Was es braucht
    Stufe 02 und 03: ein Freigabeprozess und einheitliche Stammdaten zu Lieferanten und Kostenstellen.
  • KI

    Anfragen und Tickets vorsortieren

    Was passiert
    KI liest eingehende Anfragen, erkennt Thema und Dringlichkeit und schlägt Priorität und Zuständigkeit vor.
    Was es braucht
    Stufe 03: Kategorien und Zuständigkeiten, die im Prozess gelebt werden.
  • KI

    Lieferanten- und Vertragsprüfung

    Was passiert
    KI vergleicht Verträge mit den eigenen Vorgaben und markiert Abweichungen. Ein Mensch entscheidet.
    Was es braucht
    Stufe 04: Vorgaben und Musterverträge an einem kuratierten Ort.
  • Automatisierung

    Monatsreporting aus mehreren Systemen

    Was passiert
    Kennzahlen werden jeden Monat aus dem kuratierten Datenort gezogen und im gleichen Format berichtet.
    Was es braucht
    Stufe 04: ein Datenort, an dem die Systeme bereits zusammenlaufen.
  • KI

    Interner Wissensassistent

    Was passiert
    Mitarbeitende fragen nach Richtlinien und Abläufen und erhalten Antworten mit Quelle.
    Was es braucht
    Stufe 04 und 05: kuratiertes Wissen mit Rechten, damit alle nur sehen, was sie sehen dürfen.

04 Leitplanken

Leitplanken von Anfang an.

KI im Unternehmen braucht Regeln, bevor sie Entscheidungen berührt.

  • Datenschutz Personendaten in KI-Anwendungen unterliegen dem revDSG und, mit Bezug zur EU, der DSGVO.
  • EU AI Act Der EU AI Act ordnet KI-Systeme nach Risikoklassen. Je höher das Risiko, desto mehr Pflichten.
  • Menschliche Aufsicht Folgenreiche Entscheidungen trifft oder bestätigt ein Mensch.
  • Protokoll und Nachvollziehbarkeit Jede Entscheidung der KI wird mit Eingabe, Ergebnis und Quelle protokolliert.

Die Übersicht aller Regeln steht unter Regulierung.

FAQ Antworten

Fragen zur KI-Einführung.

Womit fängt man bei KI an?

Mit dem Fundament, nicht mit dem Tool. Zuerst müssen Identitäten, Geräte, Netz, Sicherheit und Cloud stabil und dokumentiert sein, danach die Kernprozesse. Erst aus gelebten Prozessen entstehen strukturierte Daten, mit denen KI verlässlich arbeiten kann.

Warum nicht direkt mit einem KI-Tool starten?

Ein KI-Tool ist nur so gut wie die Daten, die es bekommt. Fehlen beschriebene Prozesse und einheitliche Daten, liefert es Antworten, die niemand prüfen kann. Ein kurzer Test ist sinnvoll, als Grundlage für den Einsatz im ganzen Unternehmen reicht er nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Automatisierung und KI?

Eine Automatisierung folgt einer festen Regel: wenn A, dann links, sonst rechts. Gleiche Eingabe, gleiches Ergebnis. KI wägt ab: Sie bewertet mehrere Optionen, bezieht den Kontext ein und entscheidet oder schlägt vor. Gute Lösungen verbinden beides.

Was ist ein kuratierter Datenort?

Ein Ort, an dem Daten aus den verschiedenen Systemen zusammengezogen, bereinigt und mit Zugriffsrechten versehen werden. Er ist die eine verlässliche Quelle, auf der Auswertungen, Assistenten und Agenten arbeiten. Kuratiert heisst: Jemand ist für Inhalt und Qualität verantwortlich.

Braucht jedes Unternehmen KI?

Nein. Viele Aufgaben löst eine gute Automatisierung schneller, günstiger und prüfbarer. KI lohnt sich dort, wo Urteil gefragt ist: bei unstrukturierten Eingaben, vielen Optionen und Ausnahmen. Die Frage ist nicht, ob KI, sondern wo sie etwas besser macht als eine Regel.

Was verlangt der EU AI Act?

Der EU AI Act ordnet KI-Systeme nach Risikoklassen: verboten, hoch, begrenzt, minimal. Je höher das Risiko, desto mehr Pflichten, von Transparenz bis zu Dokumentation und menschlicher Aufsicht. Er gilt auch für Schweizer Unternehmen, wenn ihre KI-Systeme in der EU in Verkehr gebracht oder deren Ergebnisse dort genutzt werden. Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme gelten ab Dezember 2027.

Auf welcher Stufe steht Ihr Unternehmen?

Dreissig Minuten, kein Vortrag.

Ivo Schönberner an einer Seepromenade im Morgenlicht